Kanada (2): wunderschön ländliches Montebello

IMG_9248 (2)Nach unserem ersten Stopp in Montreal ging es nun weiter mit dem Mietwagen nach Montebello- eine kleine „Stadt“ mitten in der Pampa. Montebello entspricht so ungefähr den Vorstellungen die ich von Kanada hatte: eine Kleinstadt bestehend aus gefühlt 10 Häusern an einem riesigen Fluss und wunderbarer Natur. Nach der riesigen Stadt Montreal tat es doch ganz gut mal wieder etwas Natur zu sehen. Auf dem Weg von Montreal nach Montebello wurde mir aber erst einmal die Ausmaße des Landes bewusst: was auf der Karte eine Strecke von ein paar Millimeter darstellte, war in Wirklichkeit eine mehrstündige Fahrt mit dem Auto. Der Fluss der auf der Karte nur ein schmaler blauer Strich war, stellte sich als ein ausufernder Strom dar. Ich dachte am Anfang auch der Fluss an unserem Hotel sei eigentlich ein See, da die Ufer so weit auseinander lagen. Und das sind nur die kleinen blauen Linien auf der Karte- wie müssen dann die großen blauen Linien aussehen? Ich finde diese unfassbare Weite und Größe immer noch überhaupt nicht greifbar- aber Kanada ist nun mal nicht umsonst das zweit größte Land der Erde. Und das bei kleinen 30 Millionen Einwohnern.

Unser Hotel war ein wirklicher kanadischer Traum, in dem bereits der G7 Gipfel stattfand.  Ein riesiges „Chateau“, das eine Mischung aus Holzhütte und  „bei einer kanadischen Oma auf dem Sofa“. Gemixt mit einem hohen Standard, unglaublich gutem Essen und der wunderschönen Natur werde ich dieses Hotel so schnell nicht mehr vergessen. Ich finde es immer ein wenig amüsant wenn Kanadier bzw. Amerikaner so unglaublich stolz auf Tradition oder ein Gebäude sind, wenn es älter als 100 Jahre alt ist. In Europa sind 100 Jahre ein Klacks. Beispielsweise in diesem Hotel bestaunten wir den Parkett, der sehr einzigartig mit langen Dielen verlegt war. Ein Mann vom Hotel der uns beobachtet hatte sagte dann ganz stolz und mit einem ehrfürchtigen Blick, dies sei noch der originale Fußboden von 1930. Gut beim Fußboden haut mich das nicht so von den Socken. Das Schwimmbad hingegen war wirklich beeindruckend und man sah auch (im positiven Sinne) dass es hier noch das originale war. An der Decke waren Seepferdchen und Fische mit Holz eingearbeitet worden und die charmanten Fließen vom Pool schrien förmlich „Vintage“.

Wir waren für mehrere Tage in Montebello und hatten so auch die Gelegenheit auch in einen Nationalpark zu fahren und dort Tiere zu sehen. Ich dachte ja das sei wie auf Safari- man fährt mit seinem Jeep hinein und sieht mit Glück mal ein Tier. Stattdessen rennen die Tiere einem fast das Auto zusammen, da sie schon so an die Menschen gewöhnt sind und auf die Karotten aus sind, die am Eingang verkauft werden. Zwar nicht sehr authentisch, aber lustig mit anzusehen. Manche Parkbesucher haben es aber mit den Karotten etwas zu gut gemeint und tatsächlich die Wildgänse und die Wölfe versucht mit den Karotten zu füttern.Nur die Bären wurden mit den Karotten in Ruhe gelassen. Am meisten haben mich die Büffel begeistert. Ich habe noch nie zuvor Büffel in „freier Wildbahn“ gesehen und habe sie mir immer etwas kleiner vorgestellt… insgesamt war der Park mit all seinen Tieren echt eindrucksvoll (wenn auch nicht ganz authentisch und mit ein paar verblödeten Touris überseht 😉 )

Auch interessant war das Haus von Papineau, einem der ersten Nobelmänner in Quebec.1850 wurde das Haus nach den Vorstellungen von Papineau gebaut, was man auch an der Architektur sieht: ein fantasievolles Mischmasch aus Mittelalter, Kolonialstil und Romantik. Mir persönlich hat es wirklich unglaublich gut gefallen, denn das riesige Grundstück lag perfekt am Fluss. Man konnte sich förmlich vorstellen wie am Teehaus direkt am Fluss „Teapartys“ stattfanden. Da man nicht so oft in Kanada mit der Geschichte in ´Berührung kommt, war es schön etwas Einblick zu bekommen wie Leute lebten die nach Kanada auswanderten.

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