„Stupid girls“?-Woran erkennt man eine Publizistik Studentin…

IMG_7739 (3)Meine Studienkombination entspricht ja wirklich nicht der Norm mit meinem derzeitigen Triple-Studium bestehend aus Publizistik, Philosophie und Wirtschaft an der WU. Und so unterschiedlich die verschiedenen Thematiken dieser Studien auch sind, am interessantesten sind immer noch die Studenten bzw. Studentinnen selbst. Man erkennt irgendwie allein schon daran wenn man sich im Hörsaal umschaut, in welcher Studienrichtung man sich gerade befindet. Das klingt wirklich oberflächlich, aber wenn wir doch ehrlich sind- man erkennt allein schon am Aussehen und Verhalten, was für eine Art Student bzw. Studentin man vor sich hat. Es sind auch viele Vorurteile vorhanden, aber wie bei allen Clichees steckt dahinter natürlich immer ein wahrer Kern. Und nach einem Jahr Publizistik Studium und einigen amüsanten, leicht bissigen aber auch durchaus wahren Vice Einträgen über das Publizistik Studium wage ich mich mal an die Frage: Woran erkennt man eine Publizistik Studentin?

Ohne jetzt diskriminierend gegenüber den männlichen Publizistik Studenten zu sein (AT Feministische Kommunikationsforschung lässt Grüßen…), aber ich sage hier bewusst „Studentin“, da mir die männlichen Publizistik Studenten meist gar nicht wirklich aufgefallen sind und wir Ladies nun mal in der Überzahl sind.

Allein schon wenn man während der Publizistik Vorlesung den Hörsaal betritt, wird einem schlagartig bewusst, hier ist Kommunikation im Gange. Am lustigsten finde ich den Kontrast immer zu Philosophie. Während man während der Philosophie Vorlesung bei dieser konzentrierten Stille selbst jeden runterfallenden Kuli wie einen großen Urknall wahrnimmt, ist in der Publizistik Vorlesung immer eine gewisse Basis Geräusch Kulisse. Ganz nach dem Prinzip: Wieso etwas über Kommunikation lernen wenn man es nicht gleich anwenden kann?

Um sich dann auch ganz ungestört mit der Freundin unterhalten zu können werden deshalb prinzipiell die ersten Reihen gemieden. Ich muss ehrlich sagen, ich empfinde das dann immer als kleinen „Hirn-Urlaub“, nach irgendwelchen anstrengenden Philosophie oder Wirtschaftsvorlesungen sich mit meinen lieben Freundinnen über das nächste Frühstücks -Treffen zu unterhalten. Zum Urlich oder doch woanders hin? Ja das sind weltbewegende Fragen! Dass man dabei dann nicht unbedingt viel von dem mitbekommt, was die Person da an dem Rednerpult einem versucht zu vermitteln, erklärt sich von selbst. Wobei wir Mädels sind Multitasking fähig! Wir können uns über das Wochenende unterhalten UND gleichzeitig aufpassen! Ok, oder wohl eher auf unserem MAC in der betreffenden Facebook Gruppe nach der Zusammenfassung der VO zu suchen um kein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn doch mal das böse Wort „Prüfung“ durch den Hörsaal schweift. An dieser Stelle wirklich Danke an diese sozialen Menschen, die ihre Zusammenfassungen auf facebook stellen. Tausende Publizistik Studenten und Studentinnen (mich eingeschlossen) verdanken euch einige positiv absolvierte Prüfungen!

Die Publizistik Studentin geht also nicht unbedingt primär in die Vorlesung um etwas zu lernen, nein! Die Vorlesung fungiert hier eher als eine Art Forum des kommunikativen Austausches, entweder persönlich face to face oder durch Whats App, Instagram und Facebook. Das haben inzwischen auch ein paar Dozenten mitbekommen und versuchen mithilfe soziale Medien wie Twitter innerhalb der Vorlesung die Studentinnen und Studenten zum Mitmachen anzuregen. Einerseits ist das wirklich eine einfallsreiche Idee, andererseits hat das auch einen leicht bitteren Beigeschmack.

Als ich aber einmal in einer Vorlesung saß, in der ich wirklich mal konzentriert aufpassen wollte, wurde mir richtig bewusst wie lustig und unsinnig sich manche Publizistik Studentinnen verhalten. Bereits vor der Vorlesung sagte eine zu ihrer Freundin : „Ich hatte heute früh schon um 10:00 Uhr eine AT!!!“ woraufhin ihre Freundin „Oh nein du arme, wie schaffst du es soooo früh aufzustehen? Ich würde sterben!“- ja es ist kein großes Geheimnis, Publizistik Studentinnen sind keine Frühaufsteher. Ganz nach dem Motto, der Frühe Vogel kann mich mal, werden Publizistik Studenten und Studentinnen bereits im ersten Semester mit späten Vorlesungen an das längere Schlafen gewöhnt. Das an der WU hingegen die ersten Vorlesungen schon um 8:00 Uhr beginnen lassen wir hier mal vergleichsweise beiseite. Der WUler ist schließlich eine ganz andere Spezies von Mensch 😉

Als dann die Vorlesung begann, packte das Mädchen neben mir ihren Block aus und schrieb mit verschiedenen bunten Farben und Sternchen den Titel der Vorlesung als Überschrift darauf. Richtig motiviert saß sie neben mir, genau wie ich bereit den geistreichen Monolog des Professors mitzuschreiben. Kleine Anmerkung: es handelte sich um eine Vorlesung bei der keine Folien existierten und auch keine Zusammenfassung auf facebook zu finden war. Man sollte also wirklich ausnahmsweise mal aufpassen.

Der Professor begann mit der Vorlesung, was aber viele Studentinnen nicht störte, weiter munter mit ihrer Freundin zu plaudern. Meine Banknachbarin widmete sich derweil ihrem Handy bis- dam dam daaaaaam- ihre Freundin leicht zu spät und offensichtlich ein klein wenig verpennt eintraf. Man kann auch bei einer so frühen Vorlesung um 11:30 Uhr schon mal verschlafen… Ab dann wurde über die gesamte Vorlesung lauthals über irgendwelche Jungs getratscht. Ihr Lieben, auch wenn ich auch sehr gerne über Jungs mit meinen Freundinnen tratsche, natürlich auch gerne während einer Publizistik Vorlesung, aber doch bitte mit ein bisschen Rücksicht auf Andere. Besonders wenn diese mal ausnahmsweise zuhören wollen…

Es war also nicht verwunderlich, dass am Ende der Vorlseung bis auf die bunte Überschrift und die Sternchen nichts auf ihrem Blatt stand. Ich war dann schon etwas, sagen wir mal verwundert, als sie dann total überzeugt beim Herausstöckeln (wir Publizistik Studentinnen sind natürlich immer gut gestylt!) zu ihrer Freundin sagte :“ Wow das war uuur die interessante Vorlesung! Ich sehe Werbung jetzt mit ganz anderen Augen!“. Gut vielleicht sollte ich mich auch nicht über sie lustig machen, eventuell hat sie die beneidenswerten Fähigkeiten sich mit ihrer Freundin lautstark über irgendwelchen Kram zu unterhalten, lässig einen Kaffee zu trinken (es ist ja noch früher morgen)  während sie dem Prof zu hört und sich alles merkt was er gesagt hatte. Jap Publizistik Studentinnen sind schon speziell… Aber auch wenn sie auf einen wirken als würden sie nur zum Spaß neben dir in der Vorlesung sitzen, sich eher über ihre Nägel Gedanken machen als über den Vorlesungsinhalt und nie aufpassen, in Wirklichkeit kommen sie doch alle durch die Prüfungen. Und ich frage mich dann immer, wie machen sie das nur? Kann es sein, dass ich bei irgendeinem Seminar „Wie passe ich nie auf, lerne nichts und komme trotzdem richtig gut durch die Prüfung?“ verpasst habe? Denn so veräppelt Publizistik auch wird, es ist doch eine Wissenschaft die nicht ganz so trivial ist, wie manche vermuten.

 

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