Wie man als Deutsche/r in Wien zu studieren beginnt- 5 Steps für einen guten Start

IMG_1099 (2)In letzter Zeit haben mich einige deutsche Bekannte kontaktiert, die im nächsten Semester alle in Wien zu studieren anfangen möchten. Irgendwie erinnerte mich das an mich selbst, wie ich vor einem Jahr total ahnungslos, verunsichert und auch leicht verplant nach Wien zum studieren gegangen bin. Ich wäre damals sehr dankbar gewesen, wenn ich jemand gehabt hätte, der mir so ein bisschen hätte erklären können, wie alles funktioniert und was ich als Deutsche, also als ausländische Studentin, in Wien beachten muss. All zu kompliziert ist es eigentlich nicht in Wien zu studieren, aber wenn man doch schon etwas weiß was auf einen zu kommt, nimmt das vielleicht doch etwas die Verunsicherung. Man beginnt ja schließlich einen neuen Lebensabschnitt und das auch noch im Ausland. Denn wie ich es doch schon oft versucht habe zu beschreiben, Österreich und Deutschland sind zwar wirklich sehr ähnlich, dennoch sind es zwei unterschiedliche Länder.

1. Wohnungssuche

Ja das kann sehr tricky sein. Besonders da ja meist wirklich sehr viele gleichzeitig suchen, ist Wohnungssuche bei manchen eine wirklich langwierige und frustrierende Angelegenheit. In erster Linie würde ich bei der Wohnungssuche definitiv facebook empfehlen. Man sollte kontinuierlich die facebook Seiten wie WGs Wien usw. durchstöbern und einige Leute anschreiben. Ich habe meine WG damals auch relativ schnell über facebook gefunden, und auch wenn wir uns anfangs alle nicht kannten, kann ich mir jetzt schon Wien ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Wir haben uns damals auf einen Bezirk festgelegt und uns nur auf Wohnungen in diesem Bezirk beschränkt.

2. Einschreiben an der (Haupt)-Uni

Oh meine erste Erfahrung mit der Uni bzw. dem Einschreiben war etwas, sagen wir mal, abenteuerlich. Deshalb rate ich jedem der sich an der Hauptuni einschreiben möchte: seit so früh wie möglich da und informiert euch vorher wo der Studentpoint ist. Denn man kann noch so früh da sein, wenn man den Studentpoint einfach nicht findet. Gut es kann auch etwas an meiner Verpeiltheit gelegen haben, dennoch finde ich es nicht sehr einfach in diesem riesigen Gebäude den Studentpoint auf Anhieb zu finden. Und oh oh- bitte nicht alle Dokumente einschließlich Foto vergessen. Ich hatte damals mein Passfoto vergessen. Also wartete ich eine Stunde um mir sagen zu lassen, dass das Foto fehle und ich doch bitte zur nächsten U-Bahnstation gehen solle, dort steht ein Fotoautomat. So sehr ich die Hauptuni auch liebe, aber ich finde das etwas ungeschickt im Vergleich zur Wirtschafts Uni gelöst. Bei der WU gibt es am leicht zu findenden Studentpoint extra Fotoautomaten, falls man sein Foto vergessen hat. Fürs Einschreiben an der WU (bei der ich ironischerweise auch das Foto vergessen hatte- ich lerne wohl nie aus meinen Fehlern) brauchte ich fürs Einschreiben einschließlich mit Foto machen 10 min. An der Hauptuni, und das ist jetzt nicht gelogen, 3 Stunden. Ich machte also an dem besagten U-Bahn Fotoautomaten ein äußerst scheußliches Foto und wartete wieder eine Stunde nur um mir wieder sagen zu lassen, dass das Foto das falsche Format hatte und ich nochmal eins machen lassen müsse. Jetzt habe ich ein sehr hässliches Foto mit einer frustrierenden Geschichte auf immer und ewig in meinem Studentenausweis kleben. Nun was möchte ich schlussendlich eigentlich damit sagen: bereitet euch vor! Man sollte das Einschreiben besonders an der Hauptuni nicht auf die leichte Schulter nehmen.

3. Melden im Bezirksamt

Auch nicht zu unterschätzen ist das Melden im Meldeamt. Gut zunächst geht man nachdem man in seine Wohnung gezogen ist einfach in das betreffende Bezirksamt und meldet sich. Dann bekommt man einen Meldezettel und dieser Meldezettel „legalisiert“ sozusagen euren Aufenthalt in Wien. Mit diesem „Powerzettel“ kann man einfach alles erreichen, erst damit kann man Post bekommen oder das „Pickerl“ von der Universitätsbücherei. Was aber nur sehr klein gedruckt auf dem Meldezettel steht: für Nicht-Österreicher verfällt dieser Zettel nach 4 Monaten. Oh ja und dann muss man sich erst wirklich fest melden. Das kostet dann ca. 34€ und auch hier sollte man sich sehr ausführlich vorher vorbereiten. Man brauch einen ganzen Stapel von Dokumenten, einschließlich Zettel von Mami und Papi die bescheinigen, dass sie für den Unterhalt garantieren. Und natürlich auch hier gilt: the early bird catches the worm! Je früher man an diesem speziellen Meldeamt ist, desto weniger muss man warten. Ich fühlte mich damals in diesem Meldeamt wie ein wirklicher Ausländer. Gut in gewisser Weise fühle ich mich das ständig in Wien, aber so als einzige deutsch sprechende Person in diesem Wartezimmer zu sitzen war eine sehr spezielle Erfahrung. Ich kam mir fast schon wie jemand vor, der Asyl in Österreich beantragt… Nun jedenfalls wenn die Frist von 4 Monaten nicht eingehalten wird drohen Geldstrafen. Ebenso wenn man sich gar nicht meldet und erwischt wird. Deshalb ist es einleuchtend sich vielleicht wirklich zu melden.

4. Semesterticket

Schwarzfahren in Österreich ist mit einer fast doppelt so hohen Strafe dotiert als in Deutschland. Und da man mit Bim, U-bahn und co. auch wirklich überall hinkommt empfiehlt es sich vielleicht doch sich das Semesterticket der Wiener Linien zu besorgen. Diesen Gedanken haben natürlich auch alle gefühlt eine Millionen Studenten Anfang des Semesters in Wien. So gilt natürlich wieder entweder „the early bird….“ oder um die unnatürlich langen Schlangen vor den Büros der Wiener Linien zu vermeiden, kann man das Semester Ticket auch online kaufen und ausdrucken. Ich frag mich manchmal, warum in solchen mediatisierten Zeiten in denen alles über das world wide web läuft, wirklich nicht mehr Studenten auf die Idee kommen…

Onlineshop der Wiener Linien

5. Handyanbieter

Österreich ist besonders bekannt für seine günstigen Handyverträge. Und da man beispielsweise meist auch zur Kontoeröffnung eine österreichische Handynummer benötigt steht es außer Frage sich eine zu zu legen. Tja aber auch hier stößt der deutsche Student, der seinen Hauptwohnsitz nicht in Österreich hat an seine Grenzen. Man darf nämlich erst nach 3 Monaten mit Nebenwohnsitz in Österreich einen Telefonvertrag abschließen. So fand ich schließlich zu Prepaidkarten und fühlte mich fast schon in meine Kindheit zurückversetzt, als ich mein erstes Handy mit Prepaid hatte. Heute hat hingegen schon jedes 9 Jährige Kind einen Handyvertrag mit Internet Flat. Dennoch benutze ich bis jetzt immer noch Prepaid Karten, da ich zum einen nur das zahle was ich wirklich verbrauche und zum anderen gibt es schon einige Prepaidanbieter die speziell für ausländische Studenten ein Angebote haben. Ich habe beispielsweise Vectone, das manchmal einen extrem schlechten Empfang hat, aber gleichzeitig kann ich zu wirklich günstigen Preisen ewig mit meinen deutschen Freundinnen telefonieren, ohne Angst vor den Kosten haben zu müssen. Und glaubt mir, besonders am Anfang tut es wirklich gut immer mal wieder nach Hause zu telefonieren.

Ich habe immer das Sparpaket für 9,90 €, das einen ganzen Monat reicht.

So wie man sieht, ist der Start in Wien eigentlich wirklich kein Hexenwerk. Am Anfang wirkt zwar alles so kompliziert und viel, aber im endefekt kommt das einem bestimmt nur so vor weil alles so ungewohnt ist. Falls ein verzweifelter deutscher Student bzw. Studentin trotzdem bei einem Problem nicht weiter kommt, das ich hier nicht angesprochen habe kann man mir gern eine e-mail schreiben.

Aber glaubt mir, auch wenn es manchmal frustrierend ist zu sehen wie die Freunde die in Deutschland studieren bei Weitem nicht so einen hohen Aufwand haben, es lohnt sich. Schließlich ist Wien eine wunderschöne Stadt und es hat auch immer etwas abenteuerliches im „Ausland“ zu studieren.

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Ein Kommentar bei „Wie man als Deutsche/r in Wien zu studieren beginnt- 5 Steps für einen guten Start“

  1. toller beitrag

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